Montag, 16. Januar 2017

Lebensgefahr auf der Piste

Es hatte in den letzten Tage reichlich geschneit. Diesen Umstand muss man natürlich ausnutzen. 
Deshalb machten Hanna und Magnus sich heute morgen mit den Kindern direkt auf den Weg. Man wollte den Schnee doch ausnutzen, bevor er wieder weg ist. Gut eingepackt saßen die Kleinen im Schlitten und Papa Magnus musste ziehen.

Mama Hanna hatte nicht nur die Kinder warm eingepackt. Sie selbst hatte sich auch gut eingemummelt. Magnus hatte seine Mütze abgelehnt mit den Worten: Ich bin doch nicht aus Zucker. 
So stapfte die kleine Familie durch den Schnee und hinterlies lustige Spuren, die sicherlich so manchen Fährtenleser verwirrt haben. 




Nach einer guten Stunde Spaziergang wurden die Kleinen etwas quengelig. Sie nölten: Papi das ist so langsam, geht das nicht schneller ? Und wieso dürfen wir nicht, wie die anderen da hinten, nicht auf der Piste selber rodeln?  Nachdem sie lange genug genölt hatten, war Papi Magnus endlich weich gekocht und zog den Schlitten zur Piste hoch. Hanna blieb unten stehen und jammerte: Pass bloß auf, daß das gut geht, nicht das die zwei sich was tun. Schließlich ertrug sie es nicht mehr und hielt sich aus lauter Angst ihr Müffchen vor die Augen. 
Doch heissa, die Schlittenfahrt machte Spaß und die Kleinen jauchzten und sie kamen heil im Tal an.
Nochmal Vati, nochmal!!! Und Magnus zog brav den Schlitten wieder nach oben. Nach dem 10. Mal traute auch Hanna sich zu schauen was die Kleinen machten. 
Und da geschah es.
Es löste sich ein Schneebrett und rollte hinter den Winzlingen auf dem Schlitten aufs Tal zu.

Hanna schrie entsetzt auf : Magnus nun tu doch, was nun mach doch was! Und dann fiel sie in Ohnmacht.
Und Magnus rannte um sein Leben. Besser gesagt, um das Leben seiner Kinder. Denn die Lawine hatte den Schlitten eingeholt bevor Magnus eingreifen konnte.  Was blieb ihm anderes übrig als mit bloßen Händen zu graben.

Er wühlte sich in windeseile durch den Schnee. Und da plötzlich hörte er ein leises Rufen.
Gott sei Dank, die Kinder schienen noch in Ordnung zu sein. Jetzt aber schnell.
Und siehe da, sie saßen tatsächlich im Wagen und drumherum hatte sich eine kleine Höhle gebildet.
Das Loisl rief: Papa mach schnell, Mama hat uns ja gut eingepackt , aber mittlerweile wird es hier drin doch kalt. Ausserdem hat das Lieselchen so furchtbare Angstblähungen. Ich ersticke hier, nicht am Schnee, sondern am Gestank. Da musste Magnus, trotz der Angst um seine Kinder, doch sehr lachen. Es schien noch alles in Ordnung zu sein, wenn sie noch meckern können.
Und dann hatte er sie auch endlich erreicht und konnte sie ins Freie ziehen.
Ein bisschen zugeschneit sahen die Kleinen dann schon aus. Aber das war egal, Hauptsache es ging ihnen gut. Magnus schloß sie samt des Schlittens in die Arme und murmelte: Kinders , habt ihr mir einen Schrecken eingejagt. Ab jetzt passe ich noch besser auf euch auf.
Und dann fiel ihm Hanna ein. Die lag ja immer noch ohnmächtig am Fuße der Piste. Es war keine Zeit gewesen sie erst zu wecken. Lawinenopfer bergen war wichtiger gewesen.
Als Magnus mit dem Schlitten bei ihr ankam, war sie zwar schon wieder zu sich gekommen, aber noch sehr benommen. Und der schneebedeckte Anblick ihrer Kinder verbesserte ihren Zustand nicht.
Also legte Magnus sie kurzerhand quer zu den Kindern in den Schlitten.
Und dann ging es so schnell seine Füße ihn trugen, mit dem vollbeladenen Schlitten Richtung Heimat. Alle hatten es dringend nötig sich daheim mit Tee auf zu tauen. Und Hanna musste sicher einen Schuß Cognac in ihren Tee bekommen. Natürlich rein aus medizinischen Zwecken. ;-)